Hochsensibilität loswerden? Warum viele Frauen genau das wollen und was sie dabei übersehen

Lesedauer: 4 Minuten

"Ich wünschte, ich wäre nicht so sensibel."

Diesen Satz höre ich in meinen Beratungen immer wieder. Und meist kommt er nicht in ruhigen, ausgeglichenen Lebensphasen. Sondern dann, wenn das Leben gerade viel Kraft kostet. Wenn Konflikte belasten, die Arbeit zu viel wird und das Gedankenkarussell nicht stillsteht.

In solchen Momenten fühlt sich Hochsensibilität nicht wie eine Stärke an, sondern wie etwas, das man gerne loswerden würde. Doch genau hier lohnt sich ein genauerer Blick.

Hochsensibilität kann ein Fluch und Segen sein

Ein ganz normaler Dienstag einer hochsensiblen Frau (fiktive Geschichte)

Sarah saß an ihrem Schreibtisch und versuchte, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren.
Aber ihre Gedanken waren woanders.
Am Morgen hatte ihre Kollegin einen etwas knappen Ton angeschlagen. In der Teamsitzung hatte ihr Chef erwähnt, dass in den kommenden Wochen einige Veränderungen anstehen würden. Und während der Mittagspause hatte sie bemerkt, dass ihre beste Freundin auf ihre letzte Nachricht noch nicht geantwortet hatte.

Kleinigkeiten.
Zumindest würde das vermutlich jeder andere sagen.
Doch Sarah spürte, wie sich all diese Eindrücke in ihr sammelten. Während ihre Kolleginnen längst wieder bei ihren Aufgaben waren, dachte sie noch über das Gespräch vom Morgen nach.

War ihre Kollegin genervt?
Hatte sie etwas falsch gemacht?
Was genau meinte ihr Chef mit den Veränderungen?
Und warum meldete sich ihre Freundin nicht?

Als Sarah am Abend mit einer Tasse Tee in der Küche saß, dachte sie:

"Warum bin ich nur so empfindlich? Andere machen sich darüber doch auch keine Gedanken." Sie hatte das Gefühl, ihre Hochsensibilität sei das Problem.

Dabei war sie gleichzeitig der Grund, warum Sarah oft bemerkte, wenn es anderen nicht gut ging. Warum Freundinnen sich ihr anvertrauten. Warum sie Konflikte früh erkannte und oft kreative Lösungen fand.

Nur sah sie das in diesem Moment nicht.

Warum viele hochsensible Frauen ihre Hochsensibilität ablehnen

Wenn Hochsensibilität zur Belastung wird, sehen viele Frauen vor allem die anstrengenden Seiten: Sie nehmen mehr wahr, denken länger nach, spüren Stimmungen intensiver und brauchen mehr Zeit, um wieder aufzutanken. Gerade in stressigen Lebensphasen rückt deshalb oft nur das in den Fokus, was Kraft kostet. Die wertvollen Seiten der Hochsensibilität geraten dabei leicht in Vergessenheit. Wann sie ihnen hilft, fällt das oft gar nicht auf.

Was du alles kannst, weil du hochsensibel bist

Hochsensibilität bedeutet nicht nur, Reize intensiver wahrzunehmen. Sie ermöglicht dir auch, Dinge zu erkennen, die anderen oft entgehen.

Du bemerkst beispielsweise früher, wenn etwas nicht mehr stimmig ist - sei es in einer Beziehung, im Beruf oder bei deinen eigenen Energiereserven. Dadurch kannst du oft handeln, bevor eine Situation wirklich belastend wird.

Außerdem denken viele hochsensible Frauen sehr vernetzt. Sie erkennen Zusammenhänge, betrachten Situationen aus verschiedenen Perspektiven und finden dadurch oft kreative Lösungen. Und nicht zuletzt haben viele einen feinen Zugang zu ihren Bedürfnissen. Sie spüren früh, was ihnen guttut und was ihnen Energie raubt - eine Fähigkeit, die zu einem wertvollen inneren Kompass werden kann.

Hochsensibilität ist kein Fehler

Hochsensibilität ist keine Krankheit und nichts, was behoben werden muss. Was sich verändern darf, ist der Umgang damit.

Denn je besser du verstehst, was deine Wahrnehmung dir sagen möchte, desto mehr kann Hochsensibilität von einer Belastung zu einer wertvollen Ressource werden.

Vielleicht geht es also gar nicht darum, sie loszuwerden. Sondern darum, sie für dich zu nutzen.

Noch mehr Tipps, wie du im stressigen Alltag in deiner Mitte bleibst, findest du in meinem Guide "10 SOS-Anker" - kostenlos für alle Newsletter-Abonnentinnen.

Du möchtest, dass ich dich auf deinem Weg begleite? Ich biete psychologische Beratung für hochsensible Frauen an, damit du wieder mehr Energie und Leichtigkeit im Leben spürst.

Ich freue mich auf dich!
Deine Lisa

Hinweis: Diese Geschichte ist frei erfunden und dient der Veranschaulichung. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig. Die Personen auf dem Foto stehen in keinem Zusammenhang mit der fiktiven Figur oder den geschilderten Erlebnissen.

Aktuelle Angebote für dich

Guide: 10 SOS-Anker für Hochsensible

  • Praktische Tipps bei Stress
  • Für mehr Ruhe und Entspannung
  • Kostenlos im Rahmen der Newsletter-Anmeldung

Psychologische Beratung für Frauen (live & online)

  • Unterstützung bei Überforderung und Veränderung
  • Umgang mit Hochsensibilität
  • Kostenloses Kennenlerngespräch

Blog für Hochsensibilität